Manifest.

Nicht Bild.
Nicht Abbild.
Bildkörper.
Absolute Opazität.
Souveräne
Materie.

– Bianca Kiso

Photo credits: Zoe Goldstein

 

​Künstlerische Position:

Die künstlerische Praxis von Bianca Kiso situiert sich an der Schnittstelle von Malerei, archivarischer Logik und performativem Eingriff. Im Zentrum steht eine mediale Auseinandersetzung mit der Enkaustik, die Kiso nicht als rein malerisches, sondern als thermodynamisches Speichermedium begreift.
Jeder Bildkörper folgt einer archivischen Logik des Bewahrens. In einem zeitintensiven Prozess werden Bildwelten geschichtet, versiegelt und konserviert. Sie bleiben als materielle Sedimente im Werk präsent, ohne vollständig rekonstruierbar zu sein. Kiso kehrt dabei die konventionelle Erwartungshaltung an das Sichtbare um. Ihr Werk ist kein Angebot zur gefälligen Betrachtung, sondern ein in sich geschlossenes System, das seine materielle Geschichte bewahrt, anstatt sie zu entblößen. Die Identität ihrer Arbeit manifestiert sich in der Spannung zwischen der Autonomie der monochromen Wachsoberfläche und der Destruktion dieser Barriere. Der physische Eingriff, das Aufbrechen, Schneiden oder Schmelzen des erstarrten Mediums ist kein destruktiver Akt, sondern ein performativer Beweis der existierenden Tiefe.
In einer von digitaler Transparenz und flüchtiger Repräsentation geprägten Ära artikuliert Kisos Arbeit ein Plädoyer für das Recht des Bildes auf Opazität. Das Kunstwerk entzieht sich dem voyeuristischen Zugriff: Es leistet keine Illustration, sondern behauptet sich durch seine materielle Evidenz als souveräner physischer Körper.

Photo credits: Zoe Goldstein

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